
Endlich wieder in der Eifel! Der lange Winter ist vorbei, die ersten Blätter zeigen sich vorsichtig, und ich bin zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder im Lande. Es sind Osterferien, und ich habe gerade erfahren, wie herrlich die Frühlingsblumen im Kurpark Prüm blühen.
Der Tag ist noch jung und ich bin voller Tatendrang und habe mir den Kurpark sowieso noch nie in Ruhe angeschaut. Also sause ich mit meinem Auto auf den Parkplatz am äußersten Ende des Parks (der inzwischen auf den Schildern Stadtpark heißt) – so kurzentschlossen, dass ich nicht einmal meine Kamera dabei habe, sondern nur mein Handy, das bei diesem herrlichen Sonnenschein aber auch schöne Aufnahmen machen wird. Im Vorbeifahren bewundere ich linkerhand bereits einen weitläufigen, üppig und sehr ansprechend ausgestatteten Spielplatz im Grünen. Weiter oben liegt mein früherer Ausgangspunkt zu einer Wanderung durch den Tettenbusch, aber heute liegt mein Augenmerk auf dem Park. Zu meiner Rechten liegen zwischen mir und der zur Zeit friedlich fließenden Prüm noch ein paar gewerbliche Gebäude, und endlich, endlich erreiche ich den Parkplatz.
Von dort führt ein barrierefreier, asphaltierter Fuß- und Radweg durch den Stadtpark. Noch bevor ich den mir bereits von einem früheren Besuch bekannten See erreiche, glänzen rechts von mir bereits ein Basketballfeld, eine Halfpipe sowie einige Fitnessgeräte für Erwachsene – ein Gesundheitspark, wie schön! Hier steht auch eine Calisthenics-Anlage. Das sagt mir erst einmal nichts, aber schnell erfahre ich, dass man bei dieser Methode mit dem eigenen Körpergewicht trainiert (Klimmzüge, Liegestützen u.ä.) und dass die Anlage auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Die schwitzenden Nutzer vor Ort bestätigen mir eifrig, wie anstrengend und muskelfördernd das ist!
Nun erreiche ich den Ententeich. Hier war ich vor einigen Jahren schon mal – doch heute dreht sich am Rand ein Mühlrad, das funkelnagelneu aussieht und das Wasser herrlich plätschern lässt, während über mir die Vögel singen. Was für ein friedlicher Ort! Wäre ich eine Ente, würde ich auf der Insel in der Mitte leben. Ich treffe auf eine Gruppe Gänse und wechsele über einen quer verlaufenden Weg die Seite, um näher am Hang zu sein, laufe auf eine kleine Hütte und zahlreiche Kunstwerke zu, die ich ausgiebig in Augenschein nehme: Ein glänzender Laufvogel, eine steinerne Bank mit Hund und Katze, eine Schlange, eine Frauengestalt, und es geht noch weiter mit der Kunst und mit dem Park. Der Weg führt leicht rechts den Hang hinauf, und an einem lauschigen Plätzchen am plätschernden Wasserfall lädt ein alpenländisch anmutendes Holzbecken zum Armbaden nach Kneipp ein. Ein kleiner Junge turnt ausgiebig an der Holzkonstruktion herum, während ich dem Wasserlauf zu einem Durchfluss folge. Quellwasser vom Tettenbusch wird hier auf malerische Weise durch das Kneippbecken talwärts geführt. Selbst mit dem Handy lässt sich das aus allen möglichen Perspektiven festhalten. Einige Stufen führen hinauf zum sonnenbeschienenen Bienen-Lehrpfad, über dem sich nun endgültig der Tettenbusch erhebt. Ich folge dem kleinen Rundweg und lerne nicht nur so einiges über Bienen, sondern auch, warum die „Durchwachsene Silphie“ und die „Esskastanie“ so wichtig für die nützlichen Insekten sind.
Weiter unten, zum Kneippbecken zurückgekehrt, setze ich meinen Weg fort und bewege mich letztlich wieder talwärts, vorbei an Weidentipis und Benjeshecken. Was das ist? Ein genauer Blick – auf die Konstruktion vor Ort oder auch ins Internet – verrät, dass es sich um Totholzhecken handelt, aufgeschichteten Gehölzschnitt, der sowohl als Sicht- und Windschutz als auch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere dient. Mit Freude betrachte ich einen Schmetterling und einige Hummeln, die sich an den jungen Blüten erfreuen. Und bedaure, nicht meine Kamera mit dem Teleobjektiv zur Hand zu haben. So bleibt mir nur, den Anblick und die Schönheit des Augenblicks im Herzen zu bewahren. Rechts über mir erkenne ich oberhalb des Waldstücks einige moderne Gebäude – die ersten Vorboten der Stadt, die jenseits des Parks beginnt. Na, die haben ja eine feine Aussicht über den Park. Während links von mir ein schilfbestandener Bach sich durch die Wiese schlängelt, kann ich in der Ferne bereits den Spielplatz ausmachen. Voller Freude mache ich mich auf den Weg dorthin und bestaune die schönen, phantasievollen und gepflegten Spielgeräte, Klettertürme und den begrünten Rutschhügel mit Tunnel. So etwas habe ich als Kind geliebt. Bei den Tunneln musste man immer etwas aufpassen, dass sich auf dem Boden keine Pfützen und sonstige Überreste befinden, aber hier sieht alles schön sauber und einladend aus. Trotzdem hätte ich inzwischen etwas Sorge, im Tunnel stecken zu bleiben, was mir die Entscheidung erleichtert, nicht aus meiner Erwachsenenrolle herauszufallen. Aber fotografieren kann ich das Ganze nach Herzenslust!
Letztlich wende ich mich vor dem Spielplatz nach links, schaue noch einmal angemessen neugierig durch das dort vorhandene Landschaftsfenster (wo es die Parkanlage in ihrer ganzen Breite zu sehen gibt, die von einem pflanzengesäumten Wasserlauf durchzogen wird) und kehre auf den Weg zurück, der der Straße am nächsten ist. Er führt vorbei an einem Freiluft-Klassenzimmer und einem Kneippbecken zu einem schönen Carré mit Bänken und vielen blühenden Blumen. Rosen, Tulpen, Nelken, könnte man sagen, wobei die erst- und letztgenannten natürlich noch keine Blüten tragen.
Ich streife weiter, bewundere Veilchen, die eine moosbewachsene Wurzel umwuchern, und treffe kurz vor dem Ententeich auf eine Schar Gänse, die mir mit lautem Spektakel und Fauchen klarmacht, dass sie hier das Sagen hat. Ich lache sie aus, mache ein paar Fotos von den Tieren und ihrem malerischen Hintergrund (mittlerweile befinde ich mich wieder auf der Höhe der Hütte und der Kunstwerke, nur auf der anderen Seite des Wasserlaufes) und setze meinen Weg fort Richtung Parkplatz. Gelegentlich muss ich Radfahrern und entgegenkommenden Fußgängern ausweichen, hier und da sitzt jemand auf einer Bank – ansonsten ist alles still und friedlich. Mein letztes Foto gilt noch einmal dem kleinen Wasserrad am Ende des Teiches, so malerisch und mit zwei kleinen Figuren verziert. (Ein kleines Vögelchen wird mir später verraten, dass die beiden „Holzjungs“ Jupp und Mättes heißen – was sinnbildlich für „zwei Kerle von hier“ steht – und dass das ganze Ensemble von dem in Prüm bekannten und geschätzten, engagierten „Rentner aus Leidenschaft“ Dieter Uhren hergestellt wurde.)
Entspannt und ein bisschen müde steige ich in mein Auto, besuche noch kurz den von mir bevorzugten Supermarkt und mache mich wieder auf den Weg zu meinem Quartier in Fleringen. Dort setze ich mich in die Sonne, schicke meinen Dank nach oben, dass der Winter endlich vorüber ist, und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch im Park. Da blühen die Blumen so schön, das Wasser plätschert und die Vögel singen…
Parkgelegenheit: Parkplatz Kurpark Prüm, Prümtalstraße/Ecke Am Kurpark (Nähe Waldcampingplatz), 54595 Prüm (GPX 50°13’3.30″N, 6°26’7.21″E)

















