Im Tal der Dämmerung – meine persönliche „Grüne Hölle“ in Bollendorf

Die Vorzeichen sind suboptimal: Ein langer Abend, geprägt von einer nicht unerheblichen Menge Alkohol, kein Kaffee am Morgen und wunde Füße vom Vortag (Panoramaweg Schönecken in Winterstiefeln bei steigenden Temperaturen). Aber ich bin schon auf halbem Wege, die Neugier ist groß und die grüne Hölle von Bollendorf ist ein absolutes Muss in meinem straffen Tourenprogramm für diese Woche. Ich bin hier, um zu erkunden, da gibt es kein Pardon.

Nachdem ich aus dem Prümer Land eine knappe Stunde angereist bin, haben es bereits die ersten 450 Meter Wegstrecke meiner Wanderung in sich. Auf diesem kurzen Stück erarbeite ich mir bereits 70 Höhenmeter bergauf, allerdings auf gut ausgebauten Wegen. (Das sind durchschnittlich 15% Steigung! Dieser Wert ist übrigens nebenbei bemerkt das höchste, was man auf einem Laufband einstellen könnte. Und ich bin definitiv nicht im besten Grundzustand dafür.) Erst dann beginnt der eigentliche Wanderweg, und als ich ihn erblicke, bin ich dankbar über mein gutes Schuhwerk (heute habe ich von vornherein besser gewählt als gestern – Versuch macht klug!): auf diesem Steig sind Wanderschuhe mit guter Sohle absolut empfehlenswert! Es sei denn, man ist eine Bergziege oder die einzige Person, die mir auf dem Weg begegnet. Aber dazu später.

Der Rundweg „Grüne Hölle“ ist gut ausgeschildert und führt über verschiedene Stationen einer Audiotour auf 6 Kilometern Länge an zehn interessanten Punkten vorbei. Trittsicherheit ist erforderlich, und auch die Höhenmeter (etwa 140 hinauf und hinunter allein auf meinem Teilstück von etwa 4 Kilometern Länge) sind nicht zu unterschätzen.

Die Schönheit dieser Felsenlandschaft zieht mich sofort in ihren Bann. Nicht umsonst nennt man dieses Gebiet die „Bollendorfer Schweiz“. Schnell spüre ich die geologische Verwandtschaft zur Teufelsschlucht. Doch im Gegensatz dazu ist dieser Pfad menschenleer, und der Anspruch an Kondition und Trittsicherheit ist definitiv noch höher. Wer die Kühle von Wald und Felsen liebt, abenteuerliche Herausforderungen, bizarre Felsformationen und verschlungene Wege, der ist hier genau richtig. Schnell verstehe ich auch, warum es „grüne Hölle heißt: der Wald ist grün, und die Felsen sind es auch. Tiefste Ruhe umgibt mich, und die Atmosphäre wechselt laufend von entspannend-freundlich grün bis hin zu einem bedrohlich-glitschigen Dunkelgrün, gepaart mit Felsen in hell-leuchtenden Brauntönen oder auch tiefem Dunkelgrau. Der Sandstein wird immer wieder von Farnen und Moosen überwachsen, und nach einigem Auf und Ab erreiche ich den Eingang zu dem Felsmassiv, das dem Rundweg seinen Namen gab. Um sicher zu gehen, wurde der Fels beschriftet: „Grüne Hölle“! Steinstufen führen tief hinab in einen schmalen Spalt mit hohen Wänden, der vor einem scheinbar undurchdringlichen hohen Felsen endet. Unwillkürlich denke ich an Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Genau so sah das Tal der Dämmerung aus! „Kann Emma nicht schneller…?“ Ob es hier auch so ein Echo gibt??? Ich probiere es, und Gott sei Dank donnern keine Felsen auf mich herab. Dafür packe ich (wie es im unten genannten Buch empfohlen wird) meine Taschenlampe aus und richte sie auf die feuchten Felswände: Sie leuchten tatsächlich grün! Dieses Leuchtmoos (Schistostega pennata) ist äußerst selten, und ich freue mich, dass es sich mir gezeigt hat. Auf der rechten Seite des riesigen Felsens, der mir den Weg zu versperren scheint, öffnet sich ein niedriger Durchschlupf, und ich nehme meinen Rucksack ab und ducke mich hindurch. „Draußen“ empfangen mich Licht, Wald, riesige helle Sandsteinfelsen, Vogelgezwitscher und eine Bank. Erleichtert nehme ich Platz, um mich von der fordernden Wegstrecke zu erholen, und genieße eine kleine Pause. Und nun kommt es zu einer äußerst bizarren Begegnung: Durch das Loch „schlüpft“ eine Joggerin. Eine Joggerin!!! Ich bin froh, dass ich diesen Untergrund irgendwie wandernd bewältige, und diese Frau hüpft einfach darüber hinweg… Auch sie hat nicht wirklich mit einem menschlichen Wesen gerechnet und fährt erschrocken zusammen, als sie mich sieht. Wir starren uns an – beide fassungslos! Dann springt sie leichtfüßig an mir vorbei und entschwindet hinter dem nächsten Felsen wie eine Fata Morgana.

Die nächsten Meter verlaufen etwas ruhiger auf und ab, dann öffnet sich vor mir mit dem „Eulenhorst“ das nächste Felsmassiv. Die Bezeichnung „labyrinthartig“, die sich in manchen Wanderbeschreibungen findet, kann ich nur unterschreiben: Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Felsenlandschaft zu durchqueren, und nach längerer Betrachtung beider Passagen entscheide ich mich für den scheinbar einfacheren linken Weg. Das Auf und Ab und die schmalen Durchgänge zwischen den hohen Felsen nehmen kein Ende, und am Ausgang starre ich skeptisch auf die steile, von rutschigem altem Laub bedeckte Felstreppe zwischen schroffen Felswänden mit etlichen Vorsprüngen. Kurz hadere ich mit mir: Probiere ich es und rutsche gegebenenfalls ab und demoliere mir bestenfalls nur den Allerwertesten? Oder setze ich mich gleich hin? Ich trage Jeans, es ist trocken und sowieso kein Mensch in der Nähe. Die Joggerin ist längst über alle Berge, möglicherweise sogar bereits wieder zuhause. Seufzend setze ich mich auf meinen Po und bewältige den steilen Ausstieg aus dem Felsmassiv auf höchst unelegante, aber sichere Weise.

Die auf meiner Wanderkarte ebenfalls verzeichnete Heidenlay bietet weniger Herausforderungen als ihre Vorgänger, und plötzlich bin ich am Ziel meiner Sehnsüchte: Die „Kreuzlay“ als oberer Endpunkt dieses Rundweg-Teilstücks, das sich permanent an der Bruchkante des Ferschweiler-Bollendorfer Plateaus entlang bewegte. Hier gibt es tatsächlich ein Gipfelkreuz! Es trägt die Aufschrift: „Viele Wege führen zu Gott – einer führt über die Berge!“ Ich nicke zustimmend und grinse unwillkürlich. Das beschreibt meinen Zustand ziemlich gut. Ich verweile eine Weile auf einer Bank und genieße die Aussicht. Genug geklettert! Die Wanderkarte verrät mir, dass das nächste Teilstück des Rundwegs über einen entspannten Waldweg führt. Gott sei Dank!

Nach diesem flott bewältigten Wegstück wartet noch der Maria-Theresien-Stein auf mich. Es handelt sich um einen Grenzstein zwischen Echternach und Vianden, den die österreichische Kaiserin 1771 in ihrer Eigenschaft als Herzogin von Luxemburg errichten ließ. Von hier führt eine Abkürzung zurück zu meinem Ausgangspunkt. Ich liebe malerische Felsformationen! Aber für heute ist mein Soll erfüllt. Ich werde wiederkommen und mir den eindrucksvollen Predigtstuhl, die geheimnisvolle Muhmenlay und die phantastische Aussicht an der Lingelslay entspannt und mit Freude und unter besseren körperlichen Voraussetzungen als heute anschauen. Dann sicherlich auch mit dem Audioguide, denn die Geschichte der Muhmenlay scheint recht spannend zu sein.

Ab hier geht es nur noch entspannt abwärts. Im Nu befinde ich mich wieder an der Schutzhütte, bei der der Felsenpfad zur „Grünen Hölle“ beginnt. Fast schon im Trab laufe ich zurück zum Parkplatz am Waldhotel. Ich genieße die sonnigen Aussichten auf Bollendorf und das malerische Tal der Sauer und begebe mich zurück zu meinem Feriendomizil ins Prümer Land.

Die grüne Hölle ist geschafft! Es war ein unglaubliches Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Und das ich mit dem zweiten Streckenteil definitiv fortsetzen werde. Ich muss lächeln, als ich an die Joggerin denke. Auch der Moment, in dem ich auf dem Po aus dem Eulenhorst gerutscht bin, gibt eine gute Geschichte ab. Und das Bild vom „Tal der Dämmerung“ werde ich all jenen zeigen, die wie ich die Augsburger Puppenkiste mögen. Etwas habe ich dort oben ganz bestimmt bewältigt: meine ganz persönliche wild-abenteuerliche und zugleich wunderschöne grüne Hölle.

 

Fazit:
„Geheimtipp“ als fast menschenleere Alternative zur Teufelsschlucht, schöner Abenteuerpfad auch für wanderfeste Kinder, festes Schuhwerk erforderlich, hoher Abenteuerfaktor, nichts für Klaustrophobiker, tolle Aussicht und faszinierende Felslandschaften; spendet Kühle bei Hitze, bei feuchtem Wetter nur bedingt geeignet; der Audioguide wurde liebevoll von den „Leuten aus dem Dorf“ gestaltet

Parkmöglichkeit und Audioguide-Verleih:
Waldhotel Sonnenberg, Sonnenbergallee 1, Bollendorf

Weitere Informationen und Eindrücke:
https://www.eifel.info/a-gruene-hoelle,
https://www.naturpark-suedeifel.de/a-gruene-hoelle,
https://www.felsenland-suedeifel.de/a-audiotour-gruene-hoelle,
https://www.traumsteige.com/bollendorfer-schweiz-durch-die-grune-holle/,
www.bollendorf.de
https://www.naturpark-suedeifel.de/naturschatz/landschaftsraeume/das-ferschweiler-bollendorfer-plateau
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3616
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3617
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3615
https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3614
https://www.youtube.com/watch?v=06scoGUGwR8
https://www.youtube.com/watch?v=WhUJmQoDuc8

Buchempfehlungen:
Loni Liebermann: 52 kleine und große Eskapaden in der Eifel, DuMont Reiseverlag 2018, ISBN 978-3-7701-8070-7
Topographische Karte 1:25000 „Naturpark Südeifel“, Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, ISBN 978-3896372758

Bergauf auf dem Weg zum Rundwanderweg
Der Affenkopf markiert den Beginn des Rundwanderwegs

Die „Grüne Hölle“ erinnert mich an das „Tal der Dämmerung“ aus „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“
Es lohnt sich, mit der Taschenlampe die Felsen genauer zu betrachten
Blick zurück auf den Eingang der „Grünen Hölle“
Ausgang aus der „Grünen Hölle“ und die Lücke, aus der die Joggerin „schlüpfte“

Vor mir erscheint der Eulenhorst
Blick zurück auf den Weg, den ich gekommen bin

Im Eulen-Horst befindet sich ein labyrinthartiges System von Spalten und Wegen
Inmitten des Eulen-Horsts: „Trittsicherheit erforderlich“ trifft es ziemlich gut. Hier fallen mir automatisch Sinnsprüche zu Wegen und Hindernissen ein – zum Beispiel: „Die Schwierigkeiten, auf die wir stoßen, wenn wir ein Ziel zu erlangen trachten, sind der kürzeste Weg zu ihm“ (Khalil Gibran)
Ende einer Rutschpartie
Ausgangs des Eulen-Horsts

Aussicht von der Kreuzlay
Aufgang zum Aussichtspunkt Kreuzlay
Der Maria-Theresien-Stein. errichtet 1771

Eine Schlucht, der Teufel, die Felsen und ich – oder: Von der Schlucht, die oben liegt (die Teufelsschlucht)

Die faszinierende, wildromantische Teufelsschlucht in Ernzen nahe der luxemburgischen Grenze und ich brauchten drei Anläufe, bis ich Landschaft und Felsen wirklich genießen und auf mich wirken lassen konnte. Das zwischen uns ist eine lange und komplizierte Geschichte.

Sie beginnt im April 2011, als ich mich frohgemut mit zwei Teenagern und einer Vierjährigen im Schlepptau aufmachte, die Felsschlucht zu erkunden, und erst einmal an den Irreler Wasserfällen halt machte – im Grunde eine sinnvolle Idee, die auch zunächst zu schönen Erlebnissen führte. Da wir vorhatten, mit dem Auto zur Schlucht weiterzufahren, ließ ich die Hälfte meiner Vorräte im Auto und nahm nur etwas Bargeld, zwei Trinkflaschen und einen kleinen Snack mit zu den Wasserfällen. Wir kletterten hinab zum Fluss und erkundeten die Stromschnellen, überquerten die malerisch überdachte Brücke, bestaunten den Ausblick über das wilde Wasser und die gewaltigen Felsblöcke darin und durchstreiften schließlich den angrenzenden Wald. Auf einem Schild stand: Teufelsschlucht 2,0 km.

Nun, dachte ich bei mir, das ist nicht weit, und die Stufen, mit denen der Weg begann, sahen hübsch und einladend aus. Von den 180 Höhenmetern, die wir auf diesem Stück überwinden mussten, und dass der Rundweg durch die Teufelsschlucht weitere 1,8 Kilometer lang ist (ganz zu schweigen von seinem ständigen Auf und Ab), war nirgendwo die Rede. Bei jedem Felsen glaubten wir, die Schlucht erreicht zu haben, machten eine Pause, tranken, aßen, fotografierten und entdeckten dann ein weiteres Schild mit dem Vermerk „Teufelsschlucht“ und einer Kilometeranzeige, die einfach nicht signifikant kleiner werden wollte. Nach etwa einem Kilometer und gefühlten 1000 Stufen gingen uns Getränke und Verpflegung aus. Die Teenager meuterten. Die Vierjährige gab den letzten Schluck in ihrer Flasche dahin für die maulenden Jugendlichen. Klingt wie ein Märchen, fühlte sich an wie ein Alptraum und führte meinerseits zu Phantasien von plötzlich auftauchenden Helikoptern oder geländetauglichen Traktoren, die uns aus diesem „Irgendwo im Nirgendwo“-Trip befreiten.

Als wir die Teufelsschlucht endlich erreichten, übersahen wir die Abkürzung zum Besucherzentrum, stolperten hungrig, durstig und müde zwischen Felsen hindurch und Pfade und Stiege hinauf und hinab, ohne sie genießen zu können. Endlich im Besucherzentrum angekommen, füllte ich meine Flasche mit Leitungswasser, kaufte Essen und Trinken für die Kinder, eine Karte für mich (natürlich – die Menschen in der Eifel sind immer hilfsbereit – begleitet von einer exakten Wegbeschreibung bezüglich der kürzesten Strecke zurück zu meinem Auto), schärfte meinen Kindern ein, sich nicht vom Fleck zu rühren, und galoppierte die Abkürzung vom Besucherzentrum hinab zum Parkplatz an den Irreler Wasserfällen (ein Foto von der Brücke musste trotzdem noch sein!), stieg ein, fuhr die Strecke zum offiziellen Besucherparkplatz, lief von dort wieder zum Besucherzentrum (eine nicht enden wollende Entfernung von 500 Metern) und war nach rekordverdächtigen 45 Minuten wieder mit meinen drei Schützlingen vereint.

Fazit: Die Strecke erscheint deutlich länger und ist durch die Höhenmeter sehr anstrengend. Als Familie unbedingt „oben“ bei der Teufelsschlucht starten und mit dem Weg durch die Schlucht beginnen, solange man noch frisch und aufnahmefähig ist. Im Anschluss an eine Wanderung bietet sich ein Besuch im Dinosaurierpark an, der sich am Weg zwischen Parkplatz und Schlucht befindet. Bei Regen oder Frost kann der Pfad, der über Felsen, Stufen, Stock und Stein führt, glitschig und glatt sein. Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen unterschiedlicher Länge, die die Schlucht durchqueren. Unterhaltsam aufbereitete spannende Fakten rund um das Naturwunder und seine Entstehung gibt es auf dem 1,8 Kilometer langen kleinen Rundweg Teufelspfad 1 als Audiotour, die auch über eine App aufs Handy geladen werden kann. GPS-Geräte können im Besucherzentrum geliehen werden. Das Naturparkzentrum bietet neben „Teufels Küche“ noch ein Naturparkmuseum mit interaktiven Stationen, das Haus der Jagd und einen Info- und Souvenirshop. Das Besucherzentrum ist übrigens barrierefrei – die Schlucht ist es nicht!

Im Sommer 2019, bei meinem dritten Anlauf (der zweite scheiterte an einem trüben Novembertag 2013 an meiner negativ angehauchten Stimmung), erschloss sich mir endlich die traumhafte Schönheit und Faszination dieser Schlucht, die ihren Namen mehr als verdient hat: Ich drängte mich durch schmale Spalten, die ich nicht aufrecht durchqueren konnte, starrte auf bizarre Steingesichter, bewunderte wild wucherndes Grün und durchlöcherte Felsen und bestaunte die atemberaubende Aussicht hinab auf die sanft hügelige Eifellandschaft außerhalb der Schlucht. Die wilde, ungezähmte und berauschend schöne Natur verzaubert an jeder Ecke auf eine ganz urtümliche und aufregende Weise, die jeder Beschreibung trotzt. Da gibt es nur eines: Sehen, durchwandern und jeden Meter genießen!

Nun endlich hatte ich auch Augen und Ohren für die Entstehungsgeschichte der Gegend und ihre Besonderheiten: Die Teufelsschlucht liegt am Ostrand des Ferschweiler Hochplateaus, also weit über den Irreler Wasserfällen am Unterlauf der Prüm im Tal (die eigentlich Stromschnellen sind). Die Landschaft der Südeifel bildete sich vor 190 Millionen Jahren aus einem Meer heraus, dessen Reste heute noch an vielen Orten der Eifel sichtbar sind. Es sind nicht zuletzt die Versteinerungen und Fossilien, die diese Landschaft so einzigartig und faszinierend machen. Im Delta eines Flusses, durch die Anhebung des Rheinischen Schiefergebirges heute auf einer Höhe von 330 Metern, bildete sich eine ca. 30 Meter dicke Schicht aus Luxemburger Sandstein. Der darunter liegende Mergelboden war weich und wurde stellenweise herausgewaschen, was zu einem Abrutschen der darüber liegenden Felsschichten und zur Bildung von Klüften führte. Vor etwa 12.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit, bildete sich – herausgesprengt im ständigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter – eine 28 Meter tiefe Felsspalte im Sandstein, an ihrer engsten Stelle nur einen Meter breit: die Teufelsschlucht war entstanden. Ihre Lage hoch oben verwirrte die Menschen. Diese Schlucht war nicht durch einen Fluss entstanden, sie musste Teufelswerk sein. Schaut man sich die Felsgebilde mit etwas Phantasie an, können sie auch heute noch gespenstisch wirken. Die ins Tal gerutschten gewaltigen Felsblöcke finden sich auch an den Irreler Wasserfällen. Die wabenförmigen Löcher im Sandstein stammen übrigens von Kieselsäure-Einlagerungen. Und noch eine botanische Besonderheit haben die Felsen vor Ort zu bieten: das goldgrün reflektierende Leuchtmoos. Als gäbe es nicht schon genug zum Wundern und Staunen!

 

Adressen und Infos:
Naturparkzentrum Teufelsschlucht, Ferschweilerstraße 50, 54668 Ernzen, Tel.: 06525/933930, www.teufelsschlucht.de
GPS Besucherzentrum 49°50.8217’N 6°26.1164’E
GPS Teufelsschlucht 49°50.7232’N 6°26.4195’E
Dinosaurierpark Teufelsschlucht (gleiche Adresse): Tel. 06525/9339344 www.dinopark-teufelsschlucht.de

Weitere Infos: www.eifel-gps.de, www.eifel.info, www.naturpark-südeifel.de  

Youtube: https://youtu.be/LbBaF5ezv3U

Irreler Wasserfälle

Durchgang

April 2011: Der Weg begann harmlos und schön
November 2013 – hier sieht man deutlich, wie winzig der Durchgang ist: Der Wanderweg führt durch dieses Loch!

Von oben nicht viel mehr als ein Spalt: Blick von oben am Ausgang der Teufelsschlucht (Norden)
Vor dem Eingang des Dinosaurierparks