Große Aussichten für Zwerge und Riesen –XXL-Bank in Schönecken

Sage und schreibe sechs Jahre ist es her, dass ich die Aussicht auf Schönecken vom Panoramaweg genießen konnte. Und im gleichen Jahr – 2020 – berichtete ich auch über die Riesenbänke in Birresborn und Pronsfeld. Ich mag solche Orte! Groß und Klein haben einfach nur Freude an dem seltsamen Größenverhältnis, können damit spielen, darauf herumklettern und das eine oder andere skurrile Familienfoto schießen. Kleine (okay, in diesem Fall eher große …), einfache Dinge können so viel Spaß machen!

Und dann plötzlich, irgendwann 2023, schaue ich von Schönecken aus auf die gegenüberliegenden Höhenzüge und stelle fest, dass auch dort oben die Riesen eine Bank erbaut haben. Es sieht so aus, als sei sie etwa auf der Route, die ich damals gelaufen bin. Meine Neugier ist geweckt – da will ich hin! Ich liebe Riesenbänke!

Nun ist es endlich so weit, und die Bank hat schon eine viel dunklere Farbe angenommen, so dass ich einen Moment stutze und ganz genau schauen muss, um aus der Ferne herauszufinden, dass sie wirklich noch da ist. Das liegt daran, dass sie am Waldrand optisch nur noch schwer wahrnehmbar ist, wenn man nicht weiß, wo sie ist. Und meine Augen haben viel zu tief gesucht. In den gängigen Wander-Apps fehlt noch eine exakte Ortsangabe – und auch ein Weg, den ich später nutzen werde und der nur auf der gängigen Online-Karte zu erahnen ist. Aber eines steht fest: meine Bank aus Brobdingnag (dem Land der Riesen aus „Gullivers Reisen“), auf der sich auch große Menschen wie Liliputaner fühlen, liegt am Panoramaweg, oberhalb des Wetteldorfer Richtschnitts, und so mache ich mich an einem sonnigen Morgen endlich auf den Weg hinauf.

Ich parke in der Nähe der Kirche und laufe zunächst ein Stückchen die Alte Bitburger Straße entlang. Erst kürzlich habe ich erfahren, dass sich hier auf der rechten Seite ein Mammutbaum befindet. Ich erfreue mich an dem schon stattlichen, hoch aufragenden Gehölz mit der markanten Borke, und frage mich, warum es mir noch nie aufgefallen ist. Bei der zweiten Gelegenheit biege ich nach rechts ab (Danielsberg) und halte mich dann geradeaus, den Schildern zum Wetteldorfer Richtschnitt nach. An einer Gabelung bleibe ich halbrechts und erreiche schon nach wenigen Häusern freies Feld, vorbei an einem Grill- und einem Spielplatz. Mein Blick verweilt auf diesen Gemeinschaftsplätzen. Das sieht nach einer entspannten, geselligen Nachbarschaft aus. Ich lächle und setze meinen Weg fort, lasse die letzten Häuser hinter mir. Wer es weiß, kann vor sich, leicht nach links versetzt, auf halber Höhe in dem aufgeforsteten Waldstück vor dem hohen Nadelwald die Hütte erkennen, die sich über dem Wetteldorfer Richtschnitt befindet – für Geologen ein überaus wichtiger Gesteinsaufschluss, der die Grenze zwischen Unter– und Mitteldevon definiert. Bei meiner letzten Wanderung war die Hütte nicht so gut sichtbar – oder ich wusste einfach noch nicht, wo sie war.

Ich schaue mich um. Noch strahlt die Sonne, aber die Wolken am Horizont verheißen schon, dass sich das vermutlich noch ändert, bevor ich mein Ziel erreiche. Als ich im Wald ankomme, umfängt mich das vielfältige Grün von Nadelbäumen und Gräsern. Hier führt an einer Bank ein grasbewachsener Weg links hinauf, den ich einschlage, dem Schild zum Richtschnitt nach, vorbei an den Heisdorf-Schichten mit Infoschild am Wegrand. Kurz darauf führt linkerhand ein sehr schmaler Pfad links zum Richtschnitt hinauf – wer möchte, kann hier einen Abstecher zu dem sagenhaften Ort machen, der optisch recht profan daherkommt. (Wer mehr wissen möchte: https://susanne-wingels.de/nur-fliegen-ist-schoener-aussichten-rund-um-schoenecken)

Der eigentliche Weg führt aber weiter über den Grasweg zwischen Bäumen und Naturhecken hindurch hinauf bis zum nächsten Abzweig, wo ich dem Schild mit der 5 scharf links hinauf folge und über eine Rechtskehre, in der es kräftig bergauf geht, den Waldrand erreiche, dem der Weg kaum sichtbar weiter folgt. Hier bieten sich erste Aussichten auf Schönecken und die herrliche Landschaft rundherum! Und während ich zuvor die Bänke verschmäht habe, um möglichst schnell die Riesenbank zu erreichen, bleibe ich nun stehen, verschnaufe einen Moment und halte die Schönheit, die sich vor mir aufblättert, nach allen Regeln der Kunst fotografisch fest. Wobei die Kunst etwas zu wünschen übrig lässt, denn die Sonne ist weg und will auch nicht mehr zurückkommen. Ich rede mir die Situation schön, indem ich darüber nachdenke, dass es so wenigstens nicht so warm ist, und erfreue mich an dem Ausblick.

Als ich nach weiteren 300 m am Waldrand entlang endlich die XXL-Bank erblicke, habe ich etwa 1,5 km und 110 Höhenmeter hinter mir. Unter mir breitet sich das Schönecker Panorama aus, mit Burgruine, Kirchturmspitzen, Siedlungen und ganz vielen Hügeln ringsherum – Hügeln mit Wald, Wiesen und Äckern und vor allem auch mit dem markanten Kalkmagerrasen und Wacholderheiden bewachsen. Ich liebe diese Landschaft, ihre ursprüngliche Reinheit und Einzigartigkeit. Wieder muss meine Kamera dran glauben, und es ist zu schade, dass die Sonne nicht mehr scheint. Die Bank liegt, immer noch über mir, etwas unterhalb des Waldrandes, rückwärtig umrahmt von mehreren Kiefern. Als ich näher komme, erkenne ich, dass der Boden unterhalb des mächtigen Gebildes mit Hackschnitzeln bestreut ist. Immer noch muss ich hinaufschauen zu dem Koloss – meine Augen können gerade einmal über die überdimensionale Sitzfläche schauen. Zu meinem Erstaunen bemerke ich, wie gut durchdacht die Konstruktion ist, und dass die Bank vom dahinter liegenden Weg aus nahezu barrierefrei erreichbar ist. (Ein barrierefreier „Aufstieg“ hierher wäre möglich über die Straßen Danielsberg (links halten)/Auf dem Roeß – dem Verlauf 900 m leicht bergauf folgen, dann rechts abbiegen – diesen Weg werde ich für den Rückweg wählen.)

Auf der Sitzfläche befindet sich eine weitere, normal dimensionierte Bank ohne Rückenlehne, die mich an die Turnbänke in Sporthallen erinnert. So kann sich jeder, auch mit Knieproblemen, entspannt hinsetzen, ohne sich zu verrenken. Von der Anhöhe, die sich von mir aus rechts, also hinter der Bank, befindet, führt ein Steg aus drei Planken mit einem Geländer fast ohne Gefälle hinauf zur Sitzfläche, an die er sich nur mit minimalem Höhenunterschied von vielleicht 10-15 cm anschließt. Hier hat jemand wirklich nachgedacht! Kompliment an die lieben Schönecker! Selbst Oma im Rollstuhl oder der Kinderwagen haben die Möglichkeit, mit auf die Bank zu kommen – nur am Ende des Steges muss man rechtzeitig stoppen und nach links auf die Sitzfläche wechseln. Wenn ich darauf stehe, verschwinde ich immer noch hinter der überdimensionalen Rückenlehne. Sie muss also 1,70 m oder noch etwas höher sein.

Ich versuche, mit Hilfe des Selbstauslösers Selfies zu schießen. Zunächst lege ich meine Kamera auf den Boden und schiebe das Band darunter, um sie schräg zustellen. Bei der Kontrolle stelle ich fest, dass dieser Winkel äußerst unvorteilhaft ist und außerdem der halbe Kopf fehlt. Nase und Doppelkinn sind aber gut zu erkennen. Ich grinse. Schön ist anders… Aber Löschen ist auch keine Option, dazu sind meine krampfhaften Bemühungen einfach zu amüsant. Zweiter Versuch: Nun lege ich die Kamera auf die unterste Strebe der Rückenlehne und knie mich auf die „normale“ Bank: Schon besser, sogar die Aussicht ist ein bisschen zu erkennen, aber die Größe der Bank wird nicht wirklich deutlich. Ich muss meine Strategie grundlegend ändern, mache aber erst einmal die obligatorischen Panoramafotos – nicht, dass ich das vor lauter Selfiewahn nachher vergesse. Dann überlege ich, ob ich die Strecke in 12 Sekunden schaffen kann, und platziere meine Kamera hinter der Bank unterhalb der Kiefer, die etwas weiter entfernt steht. Der Winkel stimmt, und frohgemut drücke ich ab, renne über den Steg und stelle mich in Position – sehe das Blinken, als ich gerade stehe, und freue mich. Trödeln darf ich nicht, aber es ist machbar. Eine Kontrolle des Bildes ist allerdings ernüchternd: Ich habe sehr detailgetreu Waldboden fotografiert, mit mir unscharf irgendwo im Hintergrund hinter Gräsern und Blättern. So wird das nichts. Erst, als ich die Kamera etwas weiter rechts und auf meinem Rucksack platziere, kommt ein schönes Foto von mir an der Lehne der Bank heraus. Na also! Ich umrunde die Bank noch einmal und setze meinen Weg dann fort.

Nach wenigen Metern begegnet mir eine Familie. Ich kombiniere messerscharf: Vielleicht bekomme ich doch noch ein Foto von mir auf der Bank, frontal von vorne. Flugs spreche ich die Menschen an und biete – ich gebe zu, strategisch motiviert – an, ein Gruppenfoto von ihnen zu machen, wo ich doch gerade noch da bin. Leider will die Familie keines, sie waren schon öfter hier und wollen nur „spielen“. Also muss ich konkreter werden und frage, ob sie denn eines von mir machen könnten. Es sind nette, hilfsbereite Menschen, und so mache ich mich kurz darauf fröhlich und mit einem schönen Zwergenfoto von mir im Handy auf den Rückweg, indem ich dem Weg weiter folge und dann, als ich auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg stoße, links abbiege. (Der 7 km lange Panoramaweg mit 157 Höhenmetern geht hier übrigens rechts bergauf weiter und ist sehr empfehlenswert!) Die kleine Straße führt bergab zurück nach Wetteldorf und bietet auf dem Weg noch ein paar schöne Blicke hinauf zu meiner Riesenbank.

Ich atme durch: Geschafft – ohne Sonne, aber auch ohne Regen. Und denke voll Dankbarkeit an die Menschen, die solche schönen Orte schaffen. Auf Wiedersehen, du liebe Bank mit den malerischen Bäumen dahinter und der phantastischen Aussicht – ich komme wieder!

Weiterführende Informationen:
https://www.ferienregion-pruem.de/touren/panoramaweg-schoenecken
https://www.volksfreund.de/region/bitburg-pruem/ueberdimensionale-bank-gute-aussicht-auf-schoenecken-und-umgebung-garantiert_aid-77101167

Parkgelegenheit:
Alte Bitburger Straße/Ecke Pfarrgasse (GPS 50° 9’12.87″N, 6°27’54.40″E) oder in Schönecken im Ort, beispielsweise am FiF, Teichstraße/Am Forum)

Links zu meinen Blogs über dem Panoramaweg und die anderen Riesenbänke:
https://susanne-wingels.de/nur-fliegen-ist-schoener-aussichten-rund-um-schoenecken
https://susanne-wingels.de/von-eisigen-hoehlen-uralten-baeumen-und-einer-bank-fuer-riesen-ein-ausflug-zu-den-birresborner-eishoehlen
https://susanne-wingels.de/ein-bisschen-gullivers-reisen-die-suche-nach-der-pronsfelder-riesenbank

Die Hütte, die den Wetteldorfer Richtschnitt schützt, liegt etwas oberhalb des Weges.
Was für ein An-/Ausblick!
Panoramablick auf Schönecken

Ein bisschen Gullivers Reisen – die Suche nach der Pronsfelder Riesenbank

Die Neuigkeit dringt gleich aus mehreren Kanälen zu mir vor: Pronsfeld hat jetzt auch (wie Birresborn in der Nähe der Eishöhlen) eine Riesenbank! Sie liegt direkt am Wanderweg, oben auf dem Berg. Viel mehr ist zu diesem Zeitpunkt nicht herauszufinden, aber es wird deutlich, dass sie sich auf dem Höhberg am Wanderweg 22 befinden müsste.

Kurz darauf „urlaube“ ich wieder in der Eifel und mache mich sofort auf die Suche. Zu dem Zeitpunkt gibt es im Internet noch keine genaueren Angaben, aber ich habe mir auf der Wanderkarte angeschaut, wo sich der Höhberg befindet und welche Stellen ich mir für eine solche Bank vorstellen könnte. Auf dem Parkplatz am Bahnhof/Eisenbahnmuseum liegen brandneue Infoblätter mit Wanderwegen aus, und ich überlege mir eine Route, die mich ans Ziel bringen soll.

Da Wanderweg 8 (Route gelb), der nach oben auf den Höhberg zum Wanderweg 22 führen soll, ein Rundweg ist, stehe ich gleich hinter dem Bahnhof vor der Qual der Wahl: halbrechts durchs Alfbachtal oder halblinks an der Prüm entlang. Mein Ziel? Genau vor mir oben auf dem Berg „in der Mitte“, also zuckele ich unsicher nach links durch das Tal der Prüm, bewundere die Alfbachmündung und stocke in meiner Unentschlossenheit vor einem Schild, das auf einen Pfad zeigt, der durch den Wald steil nach oben führt: „Aussichtspunkt“. Damit könnte ja… Wahrscheinlich nicht… Aber wenn ich nicht da entlang laufe, ist es vielleicht doch der Weg zur Riesenbank. Und da hoch muss ich sowieso. Also lege ich alle Pläne ad acta, lasse Rundweg 8 sausen und folge dem Pfad über Stufen und Wurzeln im Zickzackkurs stetig bergauf. Es ist steil, aber schön, anstrengend, aber effektiv, und so stehe ich schon kurz darauf und etliche Höhenmeter weiter oben vor einer Bank, die durch eine Lücke zwischen den Bäumen einen malerischen Blick über Pronsfeld bietet (und einen Geocache – siehe unten). Ich ruhe mich aus und veranstalte ein kleines Picknick mit Keksen und Saft, bei dem ich schon mal ausgiebig fotografiere. Definitiv eine „Normalbank“, aber schön. Ich atme zufrieden durch. Immerhin bin ich bereits fast oben, und eine schöne Aussicht hatte ich auch schon.

Ein kleines Stückchen geht es noch bergauf, dann stoße ich wieder auf den Wanderweg 8, den ich ursprünglich erwählte. In welche Richtung ich nun gehen muss, ist einfach. Die Bank steht irgendwo ganz oben. Also bloß nicht bergab, sondern immer dahin, wo es noch etwas höher hinaus geht. Von Zeit zu Zeit geben Informationstafeln Auskunft zur Natur am Wegrand. Unterwegs begegnen mir Sonnenstrahlen im Laubwald und golden leuchtender Ginster. Auf der anderen Seite der Bergkuppe muss ich notgedrungen ein paar Höhenmeter wieder abgeben, doch dann führt der Wanderweg 22 rechts auf der Höhe entlang. Irgendwo hier muss sie sein. Und ich laufe, laufe, laufe… Schaue, schaue, schaue…

Mittlerweile ist die Position der Bank auch im Internet zu finden. Auch wer Wanderweg 22 (orangefarbenen Route auf der „alten“ Pronsfelder Wanderkarte) oder dem neu benannten „Alfbachhöhenweg“ folgt, kommt auf jeden Fall an ihr vorbei. Zu diesem Zeitpunkt im Mai jedoch ist ihre Lage für mich noch ziemlich unklar. Ich spähe rechts und links, immer auf der Suche nach einer großen Bank, die eigentlich nicht zu übersehen sein sollte, genieße die spannende Natur, die der Höhberg mir bietet, mit Ausblicken nach links ins Bierbachtal und nach rechts ins Alfbachtal und auf Pronsfeld in meinem Rücken. Deutlich später als gedacht erspähe ich hinter einer Wegbiegung mit bewaldeter Böschung endlich das ersehnte Objekt: die funkelnagelneue Riesenbank mit einem dekorativen Fahrrad (nur schauen, nicht benutzen) davor – noch abgesperrt, aber schon begehbar. Oder sollte ich „bekletterbar“ sagen? Eine Leiter führt hinauf, und ich nehme Platz und spähe nach Norden ins Alfbachtal hinunter und auf Pronsfeld, das sich im Osten die Hänge hinaufzieht.

Ich turne wieder hinunter. Zeit für den Beweis, dass ich auch hier war! Auf einem Zaunpfahl gegenüber stelle ich meine Kamera ab und habe ziemliche Probleme, sie geradezurichten, ohne dass sie hinunterpurzelt. Ich versuche es mit verschiedenen Gegenständen: Holzspänen, Taschentüchern… Schließlich ist es das Umhängeband der Kamera, das unter die linke Seite der Kamera gelegt dieser zum richtigen (geraden) Winkel verhilft. Die Fotos, die ich mit Fernauslöser mache, sind zu hell, aber schön, und zeigen mich in etlichen Positionen auf der Bank, immer mit meinem Handy (verschämt versteckt) als Auslöser. Ein Hoch auf die moderne Kameratechnik! Beine baumeln lassen ist auf dieser Bank Programm. Die Sitzfläche befindet sich oberhalb meiner Augenhöhe, die Oberkante der Lehne befindet sich auf 3,20 Metern Höhe. Ganz schön weit oben! Als ich direkt davor stehe, bekomme ich beinahe Genickstarre. Ich muss an die literarische Figur Gulliver denken, der sich im Land der Riesen zurechtfinden muss.

Ich klettere wieder auf die Bank und bin glücklich, denn ich bin in der Eifel, und meine Seele baumelt mit den Beinen um die Wette. Anschließend trage ich mich noch als eine der Ersten in das funkelnagelneue „Gipfelbuch“ ein, und freue mich daran, dass die Menschen in der Eifel sich so schöne Dinge ausdenken, um den Wegrand unserer Wanderungen mit spannenden Erlebnissen zu würzen.

Zurück wähle ich fast den gleichen Weg, nur dass ich dem Wanderweg 8 bis hinunter zur Landstraße und zum Alfbach folge. Ein Stück weiter westlich hätte ich auf die Landstraße stoßen können, das wäre kürzer und weniger anstrengend gewesen, aber womöglich langweilig und durch die Autos vielleicht ungemütlich. Unterwegs begegne ich neugierigen Kühen und sonst wieder einmal niemandem, bis ich im Tal bin. Ach wie schön, die ganze Eifel für mich allein zu haben, mit lieben Freunden, die am Abend auf „meinem“ Ferienhof schon auf mich warten.

So darf es weitergehen!

Weitere Infos: www.ferienregion-pruem.de, www.pronsfeld-eifel.de

Geocache: https://www.geocaching.com/geocache/GC62NTP_panorama-ii

Literaturempfehlungen:
Wanderkarte 17 des Eifelvereins – „Prümer Land“, Maßstab 1:25.000, ISBN 978-3944620008,
ausliegende Wanderkarten in den Infokästen an den Pronsfelder Parkplätzen

Rechts oder links? Wanderweg 8 führt rechts ins Alfbachtal und links an der Prüm entlang. Dazwischen direkt vor mir liegt das Ziel meiner Wanderung, der Höhberg.
Aufstieg zum ersten Aussichtpunkt (Blick zurück nach unten, wo hinter den Bäumen nicht mehr sichtbar der Alfbach in die Prüm mündet)
„Normalbank“ mit Aussicht
Ausblick auf Pronsfeld (mit Picknick und Geocache)
Eifelgrün
Eifelgold
Wanderweg 8 oben auf dem Höhberg
Wanderweg 22 oben auf dem Höhberg
Hinter der Kurve liegt die Riesenbank
Ganz frisch und neu – im Mai war das „Drumherum“ noch abgesperrt.
Die Bank im Profil (das Bild ist gerade!)
Blick von der Riesenbank ins Alfbachtal
Fotosession mit Selbstauslöser und Fernbedienung (nein, wir waren nicht zu dritt!)
Blick von der Riesenbank auf Pronsfeld
Das Gipfelbuch!
Wanderweg 22
Wanderweg 22
Wer Aufmerksamkeit wünscht, sollte an Kühen vorbei spazieren…
Noch mehr Eifelgold

Von eisigen Höhlen, uralten Bäumen und einer Bank für Riesen (ein Ausflug zu den Birresborner Eishöhlen)

Als ich noch klein war, begann unser jährlicher Eifel-Urlaub damit, dass unser damaliger Gastwirt uns am Gerolsteiner Bahnhof abholte. Der Weg zum Waldhaus führte durch Birresborn, und ich erinnere mich lebhaft an das Hochgefühl, wenn wir die schmale Kopper Straße hochfuhren und ich wusste: Es ist nicht mehr weit. Daran muss ich immer denken, wenn ich heute die Birresborner Eishöhlen und ihre Umgebung besuche und diese Stelle passiere, die sich mir so tief eingeprägt hat.

Wenige Meter, nachdem wir von der Gerolsteiner/Mürlenbacher Straße Richtung Kopp abgebogen sind, geht eine kleine Straße links hoch, die zu den Birresborner Eishöhlen führt. Nach gut 2,5 Kilometern bergauf gelangen wir zu einem geräumigen Wanderparkplatz. Kaum sind wir ausgestiegen, wird es spannend! Denn die Birresborner Eishöhlen sind etwas ganz besonderes! Wir folgen dem Weg von der Straße weg abwärts, und kurz darauf können wir sie linkerhand schon sehen: wildromantisch im Wald öffnen sich am Hang die Eishöhlen.

Drei Dinge sind ganz wichtig, bevor wir sie betreten: eine gut funktionierende Taschenlampe (keine, bei der die Batterie bereits schwächelt oder die nur ein mattes Licht von sich gibt!), festes Schuhwerk und eine warme Jacke. Denn da die Eishöhlen tiefer liegen als die Umgebung, liegt ihre Temperatur dauerhaft bei -1°C bis +4 °C. Selbst im Hochsommer kommt man so schnell ins Frösteln. Vor dem Zugang zu den Höhlen befindet sich eine Infotafel mit einer Karte der Höhlen, die ich noch schnell fotografiere, damit ich innen auch den Weg nach draußen wieder finde. Denn während Höhle 2 zwar stellenweise eng ist, aber der Weg fast schnurgeradeaus führt, ist Höhle 1 bereits verwinkelt, und Höhle 3 verfügt nicht nur über drei Eingänge, sondern auch über ein komplexes Labyrinth aus Querverbindungen. Im Stockdunkeln kann die Orientierung etwas anspruchsvoller sein. Auch die Eingänge sind von sehr unterschiedlicher Größe, und ich schmeiße meinen Rucksack einfach draußen „vor die Tür“, damit ich ungehindert hineinkrabbeln kann.

Die Besichtigung der Höhlen ist ein aufregendes Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Und da die Höhlen sozusagen „unterschiedliche Schwierigkeitsgrade“ aufweisen, steht einem Besuch nichts entgegen, sofern man nicht Schwierigkeiten mit der Beweglichkeit oder der Trittsicherheit hat. Oder seine Taschenlampe vergessen hat. Eines ist sicher: Sie sind nicht barrierefrei, und das macht das Abenteuer aus. Im wahrsten Sinne über Stock und Stein, durch enge Passagen und weite Räume, erkunden wir die aufregenden Höhlen, begleitet von eiskalten Wassertropfen, Kühle und dunkler Stille. Jeder Schritt, jedes Knirschen der Schuhe auf dem Untergrund, ist überdeutlich wahrzunehmen und erscheint viel lauter als anderswo. Mit etwas Glück sieht man Eiszapfen, vom Boden aufsteigende Eissäulen oder Fledermäuse.

Im Winter gehören die Höhlen nur den dort nistenden und überwinternden Fledermäusen und sind (abgesehen von einem kleinen Bereich) für Menschen gesperrt; nur vom 15. April bis zum 15. Oktober dürfen sie betreten werden und sind jederzeit frei zugänglich. Jeden 2. Freitag im Monat (im April am 3. Freitag) finden öffentliche Führungen statt.

Schon die Römer nutzten das Vulkangestein des Fischbachvulkans als Steinbruch. Der Abbau von Mühlsteinen dauerte etwa zwei Jahrtausende an. Zudem dienten die so entstandenen Höhlen den Menschen aus dem Ort quasi als Kühlschrank und Vorratskeller. Im Krieg fanden sie hier einen letzten Zufluchtsort.

Unweit des Eingangs zu den Eishöhlen befindet sich ein Kreuz. Es wurde ursprünglich 1724 vermutlich zum Gedenken an einen Arbeiter aufgestellt, der beim Steinbrechen tödlich verunglückt war. Das ursprüngliche Kreuz verschwand in den 1970er Jahren und wurde durch das heutige ersetzt.

Am Parkplatz vorbei wandern wir weiter, um drei wahre „Riesen“ zu bewundern: zwei uralte Bäume und eine Bank. Nur etwa 500 Meter südlich befinden sich Adam und Eva, von denen vermutet wird, dass sie mit einem Alter von 200 Jahren die ältesten Kiefern der Eifel sind. Adam ist mit einer Höhe von 21 Metern und einem Stammumfang von 325 cm etwas größer und kräftiger als seine „Partnerin; eindrucksvoll sind sie beide.

In ihrer Nachbarschaft befindet sich eine Schutzhütte mit einem schönen Fernblick. Doch wenn es nicht gerade in Strömen regnet, gibt es eine noch viel bessere Aussicht von einem Gebilde, das uns schon von weitem neugierig macht: eine XXXXL-Bank!

Die Riesen-Bank am Waldrand, nur gut 100 Meter von Adam und Eva entfernt, ist sage und schreibe sechs Meter breit und zwei Meter hoch. Bestiegen werden kann sie über eine schmale Rampe. Allein die Lehne ist weitere 1,70 Meter hoch. Die Bank macht einfach nur Spaß, denn sie stellt all unsere gewohnten Dimensionen auf den Kopf. Sie lädt zum Klettern und Staunen und bietet eine wunderbare Fernsicht in die Weite der Vulkaneifel hinein.

Ein guter Ort zum Verweilen. Wir lassen den Blick und die Gedanken schweifen: hinein in die wunderschöne Eifel und in die Richtung der faszinierenden Eishöhlen, wo unser Auto wartet. Gemütlich laufen wir zurück und grüßen noch einmal die alten Bäume. Wanderwege und Rundwege führen hier vorbei: eine gute Idee für den nächsten Besuch, denn hier gibt es noch so viel mehr zu erkunden.

 

Weiterführende Informationen: www.eifel.de, www.gerolsteiner-land.de, www.eifel.info, www.geopark-vulkaneifel.de

Führungen: http://www.brunhilde-rings.de/fuehrungen/birresborner-eishohle/

Ein sehr lesenswerter Reisebericht: https://escape-from-reality.de/birresborner-eishoehlen-eifel/

Wanderwege: Muße-Pfad Schneifel-Pfad (Etappe 3 Wallersheim-Gerolstein, 22,9 km ), Erlebnisrundweg „Birresborner Eishöhlen“ (4,5 km)

Blick von innen auf einen der Eingänge

Führung durch die Eishöhlen
Das Kreuz an den Birresborner Eishöhlen
Blick auf Adam und Eva

Die XXXXL-Bank bei den Birresborner Eishöhlen
Traumhafter Blick weit in die Vulkaneifel hinein
Ausblick aus dem Innen der Höhle zum Eingang

Vor den Eishöhlen
Fels vor den Eishöhlen
Die imposante XXXXL-Bank
Riesenbank am Waldrand bei den Birresborner Eishöhlen